Rezension: Dan Wells - Ich bin kein Serienkiller

Veröffentlicht auf von A&A

 

„Dies ist kein autobiografischer Bericht. Wirklich nicht!“http://lenabo.files.wordpress.com/2010/11/ich-bin-kein-serienkiller.jpg

Diese Aussage von Dan Wells in seiner Danksagung des Romans „Ich bin kein Serienkiller“ lässt den Leser schmunzeln, denn beim Inhalt dieses Buches kriegt man wirklich das Gruseln. Der junge John ist ein wissenschaftlich diagnostizierter Soziopath und beschäftigt sich am liebsten mit der Recherche über Serienmörder. Als in seinem kleinen, verschlafenen Städtchen ein solcher Killer sein Unwesen treibt, ist er nicht ängstlich oder entsetzt, sondern viel mehr fasziniert und irgendwie auch verärgert – das hier ist schließlich sein Revier. Eigentlich will er ja seine Regeln einhalten, will ein guter Junge sein und auf seinen Therapeuten und seine Mutter hören, der er zu Hause in der Leichenhalle des Familiengeschäftes – einem Bestattungsinstitut – hilft. Doch seine Instinkte raten ihm das Gegenteil und was ist denn falsch daran, einen Mörder zu töten? Also macht er sich auf, den Killer zu schnappen. Das jedoch hat weitreichende Folgen: Im zweiten Teil, „Mister Monster“, erwacht seine wirklich sadistische Seite und lässt sich kaum noch unterdrücken. Er fängt an, Feuer zu legen und Insekten zu quälen. Alles, um ein Ventil für seine Mordinstikte zu finden und keinem Menschen weh zu tun. Denn das will er eigentlich nicht – erst recht nicht dem Mädchen Brooke, seiner Nachbarin. Doch das plötzliche Verschwinden des ersten Killers, der sich am Ende als eine Art Dämon herausstellt, hat einen zweiten angelockt, um den John sich kümmern muss, wenn er Menschenleben retten will. Wirklich im Vordergrund steht dieses Motiv aber nicht und als im dritten Buch, „Ich will dich nicht töten“ noch ein Killer dazu kommt, scheint ihm die ganze Sache schon Spaß zu machen. Der Junge, der selbst nicht mit Gefühlen umgehen kann und immer rational bleibt, zeigt in der nun abgeschlossenen Buchreihe unbeabsichtigt eine Menge schwarzen Humor. Seine Sichtweise zu lesen ist zwar verstörend, für Liebhaber des Genres aber überaus faszinierend. Jedes Kapitel endet mit irgendeiner schockierenden Enthüllung oder der nächsten Leiche, sodass man das Buch gar nicht mehr weglegen kann. Dank detaillierter Beschreibungen ist es jedoch kein Buch für jedermann.

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Liss 04/23/2011 15:43


Hey,

finde euren Blog einfach klasse. Super gegliedert. Einfach toll gemacht.

Lg. Liss