Rezension: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

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Klapptext:

Durzo Blint ist ein gefährlicher Mann. Er ist ein Meister in der Kunst des Tötens, der beste Blutjunge von ganz Cenaria. Doch für den Gassenjungen Azoth ist er möglicherweise die einzige Chance, seinem elenden Dasein zu entkommen - und Azoth will das harte, brutale Leben auf den dreckigen Straßen, die allgegenwärtige Angst und die Diebesbande des sadistischen Schlägers Ratte unbedingt hinter sich lassen. Doch Durzo Blint ist in der Auswahl seiner Lehrlinge äußerst wählerisch, und so kann Azoth sein Glück zunächst kaum fassen, als der Blutjunge ihn allen Befürchtungen zum Trotz bei sich aufnimmt. Doch je weiter seine Ausbildung voranschreitet und je häufiger er mit den besseren Kreisen, den wahrhaft Mächtigen von Cenaria zu tun hat, desto mehr wird Azotz klar, dass der Weg in die Schatten ihm mehr abverlangt, als er sich jemals vorstellen konnte...

 

Rezension:

Was der Klapptext uns nicht über das Buch verrät, ist, dass die Blutjungen sich in sofern von normalen Meuchelmördern der Stadt unterscheiden, dass sie zum Töten und Tarnen auch Magie benutzen können. So lässt sich das Buch gut ins Fantasy-Genre einordnen, obwohl der Magie-Aspekt in der Handlung nicht im Mittelpunkt steht, sondern - ganz wie der Titel verspricht - um den Weg in die Schatten. Der Junge Azoth gibt nicht nur seine Jugendfreunde mit der Diebesgilde zusammen auf, als er in die Lehre Durzo Blints geht, er bekommt auch eine völlig neue Identität.

Die erste Hälfte des Buches umfasst zehn Jahre Entwicklung Azoths zum Meuchelmörder, denn Magie ist er nicht in der Lage zu nutzen. Azoth, der zunächst vom Willen angetrieben wird, alle Angst hinter sich zu lassen, lässt Emotionen und Gefühle  immer mehr hinter sich und versinkt in den Schatten. Einziger Makel des nunmehr tödlichen Werkzeugs, als das ihn seine Auftraggeber sehen: Die aufkeimende Liebe zu dem Mädchen Elene, das zu retten Durzo Blint ihm versprechen musste und die Freundschaft zu dem jungen Adligen Logan Gyre.

In Laufe des Buches lernt man auch den Charakter Blint sehr zu schätzen. Der Mann wird eine Art Vaterersatz für Azoth (der sich später Kylar nennt) und obwohl er auch ein harter Lehrmeister und gnadenloser Mörder ist, wird nach und nach enthüllt, welches Elend auch er zu durchschreiten und welche Opfer er zu bringen hatte. Beide Protagonisten werden dem Leser trotz ihres blutigen Berufes rasch sympathisch.

In der zweiten Hälfte des Buches wird man in die Intrigen am Königshof (dessen König im Angesicht der mächtigen Untergrundregierung kaum was zu sagen hat) verstrickt und in die Konkurrenzkämpfe der einzelnen Blutjungen. Nicht nur die Position des Königs selbst, sondern auch die Leitung aller Gilden des kriminellen Untegrunds schwankt zunehmend, was die Stadt und das gleichnamige Land verwundbar macht. Bald schon bahnt sich ein Krig an.

Was an dem Buch verwirrend ist und uns auch nicht gefallen hat, war,dass der Ort des Geschehens häufig mal zu ganz anderen Personen wechselt, die nicht näher beschrieben werden. Deswegen ist es nicht von Anfang an möglich, auch zu ihnen eine Beziehung aufzubauen, zumal die meisten von ihnen nach ein paar Kapiteln ohnehin tot sind. Andere kommen auch in den zwei folgenden Büchern: "Am Rande der Schatten" und "Jenseits der Schatten" vor, obwohl sie anfangs bei Weitem nicht so wichtig schienen. Deswegen denkt man dann auch immer wieder "Wer war das jetzt noch mal?", wenn man entsprechende Kapitel möglichst schnell hinter sich bringen wollte, um endlich zu erfahren, wie es mit Blint und seinem Lehrling weitergeht. Andererseits sind die Kapitel meist auch sehr kurz, sodass sich das Buch schnell wegliest.

Zusammenfassend gehört das Buch unbedingt auf den Weihnachtswunschzettel. Liebhaber von Elfen, niedlichen Feen und Drachen sollten jedoch lieber die Finger davon lassen, da das Buch naturgemäß eine düstere Aura umgibt.

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